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Unsere Arbeit – Lebendig wie ein Baum

Unsere gesamte Kindergartenarbeit wollen wir anhand eines Baumes darstellen. Das Bild eines Baumes fasziniert uns.

  • Ein Baum ist mehr als nur Holz und Blätter.
  • Ein Baum ist Zeichen des Lebens, Zeichen für Wachstums- und Reifungsprozesse.
  • Jeder Baum ist einzigartig und einmalig. Keiner gleicht dem anderen.
  • Der Standpunkt eines Baumes, die Erde, seine Umgebung wirken auf das Wachstum ein, beeinflussen dessen Leben.
  • Im Baum spiegelt sich der Jahreskreislauf wieder. Hier dürfen wir spüren: Alles hat seine Zeit; das Grünen und Blühen, das Früchte tragen, das Ernten dürfen und das Verweilen, das Warten und neue Kräfte sammeln.
  • Ein Baum mit einem festen Standpunkt kann nicht so leicht von Stürmen erfaßt werden.
  • Alle Einzelteile eines Baumes wirken ineinander, brauchen sich gegenseitig, sind wichtig und wertvoll. Jedes Teil am Baum hat seine Aufgabe, ist unverzichtbar, wird für das Wachstum, für das Bestehen gebraucht.

Der Stamm

Der Stamm eines Baumes trägt, stützt und verbindet. Die Lebenskraft, die ihm aus der Erde und Luft geschenkt werden, leitet er zu allen Stellen weiter. Der ganzheitliche Ansatz ist gleichsam der Stamm unserer Arbeit. In ihm ist unsere Arbeit definiert. Er trägt und hält alles zusammen.

Die Rinde

Die Rinde umhüllt den Baumstamm wie ein schützender Mantel. Sie ist ein wichtiger Teil des Baumes. In diesem Bild können wir den Kindergartenträger als Rinde bezeichnen. Er gibt wichtige Rahmenbedingungen, die unerläßlich sind für eine pädagogisch wertvolle Arbeit. Er kümmert sich um alle “äußeren und organisatorischen” Dinge des Kindergartenbetriebes. Durch dieses Subsidiaritätsprinzip ist die enge Beziehung zwischen Kinder, Eltern und Gemeinde gegeben.

Wurzeln

Die Wurzeln geben dem gesamten Baum Halt und Standfestigkeit. Ohne Wurzeln könnte der Baum nicht bestehen. Die Wurzeln leiten wichtige Nährstoffe aus der Erde weiter. Ein Baum bekommt nur dann die besten Früchte, wenn er gute Nahrung aus der Wurzel ziehen kann. Als Wurzeln unserer Arbeit wollen wir die Grundbedürfnisse der Kinder bezeichnen. Die Befriedigung dieser Grundbedürfnisse sind Nährstoffe, die wir an die Kinder weitergeben. Was wäre unsere gesamte Arbeit, wenn wir den Kindern nicht täglich Nährstoffe wie Liebe, Geborgenheit, Zufriedenheit usw. vermitteln würden?

Blätter

Wenn ein Baum gute Nahrung aus den Wurzeln ziehen kann und alle anderen Bedingungen gut sind, wird er immer wieder grünen und blühen. Wenn wir auf die Grundbedürfnisse der Kinder eingehen, ihnen vermitteln, daß sie angenommen und geliebt sind, dann kann auch die Persönlichkeit des Kindes wachsen und gedeihen wie das Blatt eines Baumes.

Äste und Zweige

Die Äste und Zweige wachsen aus dem Stamm heraus. Sie verzweigen sich ineinander und wachsen in die Breite und Höhe. Auch sie geben wichtige Nährstoffe an Blätter und Früchte weiter. Äste und Zweige unserer Arbeit sind die verschiedenen Erziehungsbereiche, von denen unsere tägliche Arbeit bestimmt ist. Auch sie verzweigen sich ineinander und sind stetiger Erneuerung und Veränderung unterworfen.

Früchte

Die Frucht eines Baumes ist das sichtbare Ergebnis dafür, daß sich ein Prozeß des Werdens, Wachsens und Reifens vollendet hat. An der Vielzahl und Qualität der Früchte zeigt sich die Fruchtbarkeit eines Baumes und somit sein Wert. Gute Kindergartenarbeit kann nur dann geleistet werden, wenn wir zielgerichtet arbeiten, d.h. wenn wir uns an den Bedürfnissen der Kinder und deren Lebensumfeld orientieren. Die Früchte unserer Arbeit sind also die Ziele, die wir Schritt für Schritt erreichen.

Erde

Ein Baum könnte ohne Erde nicht bestehen. Die Erde bietet ihm Halt, Standfestigkeit und gibt ihm Nahrung. Der Baum ist umgekehrt aber auch für die Erde wertvoll. Wenn die Blätter des Baumes im Herbst fallen, entsteht aus diesen wieder neue Erde. Der Baum wirft Schatten auf die umliegende Erde, er schützt sie vor dem Austrocknen. Unser Kindergarten ist ein Teil der Gemeinde, er steht gleichsam in der Gemeinde und bekommt Halt durch sie. Menschen und bestimmte Institutionen in unserer Gemeinde können wir deshalb als Erdreich bezeichnen. Die Erde unmittelbar um den Baum herum sind unsere Eltern, die uns wesentlich mittragen, uns Nahrung geben oder auch hart und steinig sein können. Wir wirken umgekehrt aber auch in die Gemeinde hinein, sind eine wichtige und wertvolle Einrichtung für unsere Gemeinde. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und mit der Gemeinde ist so wichtig wie die Erde für den Baum und umgekehrt.

Wolken und Regen

Zum Leben braucht ein Baum immer wieder Grundwasser, Regen von oben. Es regnet aber nicht immer. Manchmal bekommt der Baum lange kein Wasser, manchmal regnet es in Strömen, manchmal auch ganz sacht und leicht. Der Baum nimmt den Regen durch die Wurzeln auf, leitet das Wasser durch den Baumstamm, über die Äste weiter an die Blätter und gibt schließlich wieder Feuchtigkeit an die Umwelt ab, die sich in den Wolken wieder als Wasser sammelt. Verschiedene Institutionen arbeiten mit uns zusammen und wir mit ihnen. Sie geben uns Nahrung in Form von Informationen, Impulsen, Anregungen und Hilfestellungen. Sie wirken auf das Wachstum unseres Baumes, unserer Arbeit ein. Sie sind aber nicht ständig anwesend, weil sie nicht täglich gebraucht werden. Auch wir geben diesen Institutionen wieder Nahrung in Form von Informationen, Impulsen, Anregungen und Hilfestellungen zurück. So ist die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen eine Wechselwirkung zwischen geben und nehmen.

Sonne

Die Sonne schenkt Licht und Wärme. Sie ist lebenswichtig für das Wachstum eines Baumes. Auch wenn wir sie nicht sehen, wissen wir doch, dass sie da ist. Wir möchten Gott als die Sonne bezeichnen. Er ist immer da, auch wenn wir ihn nicht sehen, auch wenn dunkle Wolken vorüberziehen. Gott schenkt uns immer wieder Licht und Wärme in unserer Arbeit. Er steht letztendlich über allem, was täglich geschieht.

Gärtner

Der Gärtner hegt und pflegt einen Baum mit viel Liebe und Geduld. Er wirkt behutsam mit verschiedenen Gartengeräten auf ihn ein. Als Voraussetzung für dieses Tun braucht er jedoch eine Ausbildung. In seiner Arbeit muss er planvoll vorgehen. Er kann nicht einfach drauf los hacken oder gießen wann er will. Die Zusammenarbeit mit anderen Gärtnern ist außerdem sehr wichtig. Wenn diese sich nicht absprechen, kann es passieren, dass der Baum zu wenig oder zu viel bearbeitet wird. Gärtner- Praktikanten müssen erst für ihre Arbeit angelernt werden. Eine gute Anleitung ist hier gefragt. Ein Gärtner sollte außerdem regelmäßig Fortbildungen besuchen, um stets auf dem neusten Stand zu sein und um sich weiterzuentwickeln. Wir wollen die Erzieherinnen und die Kinderpflegerin als Gärtner unseres Baumes bezeichnen. Jede Erzieherin und Kinderpflegerin braucht eine Ausbildung, um wichtige Grundkenntnisse der Arbeit mit Kindern kennenzulernen. In der Kindergartenarbeit muss das Team zielgerichtet vorgehen, es muss planen und kann nicht einfach drauf los arbeiten. Die Zusammenarbeit im Team ist dabei sehr wichtig und eine Voraussetzung für gute Arbeit. Für Praktikantinnen ist eine kontinuierliche Anleitung während der gesamten Ausbildung sehr wertvoll. Fortbildungen gehören wesentlich zur Arbeit dazu, da wir nur so eine zeit- und kindgemäße Erziehung ermöglichen können und stets auf dem neusten Stand sind.

Schubkarre mit Werkzeugen

Dem Gärtner steht zur Bearbeitung seines Baumes eine Schubkarre voller notwendiger Werkzeuge zur Verfügung. Diese wird der Gärtner am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt gezielt einsetzen, um den Baum in seinem Wachstum zu unterstützen. Das Werkzeug der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen ist eine Schubkarre voller Methoden. Um bei den Kindern alters- und entwicklungsgerecht Ziele zu erreichen, haben wir die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Wir wählen bei der Planung und spontan im Alltag jeweils die Methode aus, mit der wir am besten unsere Ziele erreichen können.

Zusammenfassung

Aus dem oben Erwähnten sehen wir deutlich, dass Kindergartenarbeit etwas sehr Umfassendes, etwas Ineinandergreifendes, etwas Komplexes ist. Jeder Gedanke, jede Tat hat seine Auswirkung, kann nicht getrennt voneinander gesehen werden. Kindergartenarbeit muß ständig neu durchdacht und reflektiert werden. Wenn an einer kleinen Stelle etwas nicht paßt, Voraussetzungen nicht gegeben sind, kann dies unter Umständen große Auswirkungen auf die gesamte Arbeit haben.