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Projekt JobBlogger – Bilanz nach 20 Wochen Action pur

JobBlogger 03Medizintechnikerin, Fachinformatikerin, Schreinerin, Altenpflegerin, Bauleiterin, Biologielaborantin oder Kostümschneiderin unter der Woche. Musikfestival, Kabarett, ein Foto-Workshop, Survivaltraining oder eine Wanderung mit Lamas am Wochenende oder nach Feierabend. So in etwa sahen die letzten 20 Wochen von Melissa Kalmund aus. Dass die 23-Jährige so viele verschiedene Jobs und Aktivitäten ausprobierte, hatte einen Grund: Sie war als JobBloggerin für den Landkreis Bad Kissingen unterwegs und berichtete über ihre Erlebnisse im Blog (www.jobblogger-kg.de) und in den sozialen Medien.

„Es war klar anstrengend, aber einfach super! Ich bin hier ja zuhause und dachte, ich kenne den Landkreis ganz gut. Aber ich habe so viele tolle Jobs, Aktivitäten und Menschen kennengelernt, dass ich jetzt ein ganz anderes, vielseitigeres Bild vom Landkreis habe“, so Melissa Kalmund, „Außerdem habe ich mich nun entschieden, hier direkt ins Berufsleben zu starten.“ Auch Landrat Thomas Bold freut sich, dass das Projekt so gut gelaufen ist und viele Einrichtungen und Firmen mitgezogen haben. Die Rückmeldungen sind sehr positiv: „Zum einen trifft das Projekt einen Nerv, wenn es um das Ausbildungsplatzangebot und den Fachkräftebedarf geht. Daneben ist es eine wertvolle Hilfestellung für Junge Leute, wenn es um die Berufsorientierung geht. Zum anderen kam dem Projekt zugute, dass Frau Kalmund es geschafft hat, sehr sympathisch und ehrlich zu zeigen, was der Landkreis zu bieten hat. Einfach toll! Das Projekt JobBlogger können wir also als vollen Erfolg verbuchen.“ 40 Partner aus der Wirtschaft haben sich aktiv am Projekt beteiligt und 37 Berufe wurden vorgestellt. Das sei eine stolze Bilanz, so Landrat Thomas Bold.

Ein Sommer voller Abwechslung
In den letzten 20 Wochen hat die JobBloggerin Jobs in Unternehmen verschiedensten Branchen im Landkreis vielfältigen beruflichen Möglichkeiten vor Ort getestet und in einem Berufe-Check darüber berichtet. Ganz im Sinne der Work-Life-Balance hat das Projekt JobBlogger aber auch beleuchtet, was nach Feierabend im Landkreis geht. Darum hat Melissa Kalmund auch Freizeitaktivitäten ausprobiert und Veranstaltungen besucht.

Interessant war es immer, aber es war nicht immer leicht. Denn auch bei über 30 Grad war Melissa im Einsatz und half zum Beispiel beim Mauern auf der Baustelle mit. Auch musste sie oft früh raus – sei es, um die Frühschicht in der Pflege zu begleiten oder um im Führerhaus eines Zugs mitzufahren und Fahrgäste zu betreuen. Aber die Anstrengungen und die Mühe waren es wert. Immer wieder gab es besondere Momente und Highlights. Zum Beispiel hatte Melissa viel Spaß beim Baggerfahren oder beim Schrauben an einem Bus; der Teamgeist, das Einfühlungsvermögen und die Hilfsbereitschaft in der Pflege berührten sie.

Langweilig, das stellt die JobBloggerin fest, sind die Berufe hier im Landkreis sicher nicht. „Die Jobs, die ich getestet habe, sind sehr abwechslungsreich. Meistens steckt viel mehr hinter einem Berufsbild, als man denkt. Man sollte die Berufswahl so unvoreingenommen wie möglich angehen und sich ruhig mal ausprobieren. Die Firmen hier in der Gegend bieten gerne Praktika an, sodass man in den Arbeitsalltag schnuppern kann. Dabei lernt man auch gleich schon mal mögliche spätere Kollegen kennen und kann abschätzen, ob man sich wohl fühlt. Ich wurde immer richtig herzlich aufgenommen und durfte die Angestellten mit Fragen löchern – das war toll!“

Ein Problem hat Melissa nun allerdings. Fragt man sie, was ihr am besten gefallen hat, kommt sie ins Grübeln: „Das ist schwer zu entscheiden. Die Arbeit als Lokführer und die als Veranstaltungstechniker fand ich sehr spannend. Bei den Freizeitaktivitäten hat mich der Besuch der Synagoge in Maßbach beeindruckt. Auch durfte ich den Landkreis von oben sehen, das war wirklich ein einzigartiges Erlebnis.“

Auch nach dem Actionzeitraum von 20 Wochen wirkt das Projekt natürlich weiter. Der Blog und die Instagrambeiträge werden noch weiter im Netz sichtbar sein und alle Interessierten können die Infos zu den Berufen und zu den Erlebnissen von Melissa weiter abrufen und nachlesen.

Wie es weitergeht für Melissa…
Eigentlich wollte Melissa nach dem JobBlogger ihren Master machen und wieder ein bisschen Stadtluft schnuppern. Diese Pläne hat sie aber verworfen. Sie will gleich beginnen zu arbeiten – und zwar im Landkreis Bad Kissingen. „Ich habe hier alles, was ich brauche, um gut zu leben und um glücklich zu sein. Und wenn ich doch mal in die große Stadt will, ist die ja nicht wirklich weit“, bekräftigt sie ihre Entscheidung. Ihren neuen Arbeitgeber hat Melissa übrigens durch das Projekt kennen gelernt. Am 1. November fängt sie bei der Rhön GmbH an und kümmert sich dort unter anderem um Social Media und Marketing.

…und mit dem Projekt JobBlogger
In den nächsten Wochen wird das Projektteam eine Auswertung durchführen. Was sagen die Firmen? Wie gut kam das Thema online an? Was können wir aus dem Projekt lernen, was können wir weiter entwickeln? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das Team im Regionalmanagement nun intensiv.
Die ersten Ergebnisse zeigen: Die Firmen waren von dem Projekt begeistert und sehen einen Mehrwert in dieser Form des Marketings. In den Sozialen Medien kam das Thema gut an, zum Blog kamen viele Rückmeldungen – zum einen in persönlichen Gesprächen oder via Mail. Auch meldeten sich Firmen, die jetzt noch nicht dabei waren, die gerne bei einer Neuauflage teilnehmen würden. „Aus unserer Sicht lief das Projekt sehr gut. Alles Weitere werden die Auswertungen zeigen. Wir überlegen aber natürlich, ob und wie der Actionzeitraum im nächsten Jahr wiederholt werden kann“, erklärt Cordula Kuhlmann, Leiterin des Regionalmanagements.